Eulenaktion im Naturkindergarten Waldwichtl e.V.

 

Die 15 Kinder des Naturkindergarten Waldwichtl e.V. verbringen ihre Kindergartenzeit 5 Tage in der Woche von 8.15 – 14.15 Uhr draußen in der Angerlohe, einem Altwaldbestand in München/ Untermenzing, so naturnah wie möglich. Nur bei extremen Witterungen steht ihnen ein Bauwagen zum Schutz zur Verfügung. Einer unser pädagogischen Schwerpunkte ist die Natur und Umwelterziehung. Denn nur wer die Natur kennen und lieben lernt, wird sie schützen.

Die Waldwichtl im November 2016

 

Unser beliebtes Eulen-Bilderbuch „Wo ist meine Mami!“ (von Martin Waddell & Patrick Benson ISBN 3-7941-3594-6) machte die Gruppe neugierig auf die gefiederten Greifvögel der Nacht.

Die Kinder wollten immer mehr über das Thema Eulen wissen und wir beantworteten die aufkommenden Fragen, schlugen wissenswerte Informationen über diese Vögel in Sachbüchern nach und die Kinder und Betreuer brachten ihr eigenes Wissen zum Thema mit ein. Unsere Praktikantin präsentierte ein Tiptoybuch über Vögel (Was fliegt denn da? ISBN 9783440150894 Kosmosnaturführer LG), wo man mit Hilfe eines speziellen Stifts die Vogelstimmen der im Buch aufgelisteten Vögel anhören konnte.

Um den Kindern ein reales Abbild von den Eulenbeschreibungen oder den Eulenfotos im Buch zu geben, setzte ich mich mit dem  Landesbund für Vogelschutz in Puchheim in Verbindung und konnte mir vier verschiedene Eulenpräparate als Anschauungsobjekte für die Gruppe ausleihen, um diese im Waldkindergarten in aller Ruhe mit vielen Sinnen wahrzunehmen und zu begreifen.

 

 Das jüngstes Wichtlmädchen nimmt Kontakt zum Steinkauz auf

- die anderen Waldwichtl warten gebannt bis endlich sie an der Reihe sind

 

Um die jüngeren Kinder in der Gruppe nicht zu verschrecken, präsentiere ich den Wichtln zu allererst die kleinste mitgebrachte Eule, einen Steinkauz. Er wurde per Namen vorgestellt. Die Kinder hatten ausgiebig Zeit den ausgestopften kleinen Greifvogel nacheinander hautnah zu begutachten und vorsichtig zu fühlen und so ganz nebenbei wurden wissenswerte Informationen über diesen kleinen Kauz erzählt. 

Als über das Tiptoybuch dann noch der dazugehörige Ruf des Steinkauz abgespielt wurde, hatte man das Gefühl, das Präparat wäre zum Leben erweckt worden. So hatten die Wichtl an den darauffolgenden Tagen die Möglichkeit nacheinander die restlichen Eulen nach dem gleichen Prinzip kennenzulernen. Wir stellten der Größe nach die Schleiereule, danach die Waldohreule und am vierten Tag die größte Eule den „Uhu“ vor. Ein imposanter Vogel. Das fanden auch alle Kinder.


Wichlkind des Naturkindergarten betrachtet die Waldohreule

 

Das Thema Eulen fesselte uns so sehr, dass wir zum Thema noch ein Eulen-Lied „ Es sitzen drei kleine Eulen“ (Margarete Jehn) lernten und ein bekanntes Eulen-Fang-Spiel „Wer weiß, wie ich heiß“ (Text: Elke Bouetot, Melodie: Sybille Kalmbach) wieder aufgriffen, um so den Jagdtrieb nach Mäusen nachspielen zu können.

 Am 11.11. trafen wir uns abends gemeinsam mit Eltern und Geschwistern zum Eulen-Lichter-Fest und gingen im Dunklen mit unseren Laternen durch den Wald und sangen unsere Eulenlieder. An einigen Stationen im Wald, hielten wir ganz leise inne um den Eulenstimmen aus dem Vogelbuch zu lauschen, in der Hoffung wir würden im Wald lebende Eule anlocken.

Viele Menschen reagieren ja auf Eulenrufe im dunklen Wald eher ängstlich, nicht so die gut aufgeklärten und vorbereiteten Wichtlkinder, die sehr gebannt zuhörten und gespannt auf die Antwort im Wald horchten. Leider ohne Erfolg. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Wieder beim Bauwagen angekommen, hatten alle Wichtlfamilien die Möglichkeit, sich die dekorativ aufgestellten Eulenpräparate im Bauwagen anzusehen. Hier waren nun die Kinder als Wissensvermittler gefragt und konnten erstaunlich viele Informationen an Geschwister und Eltern weitergeben und wenn es bei den Jüngsten nur die differenzierten Namen der Greifvögel waren. Hier konnten sie als „Kleine Eulen-Spezialisten“  ihre Eltern und Geschwister gut beeindrucken und ernteten viel Lob für ihr Wissen.

 

Ein Wichtl und der Uhu

 

Abschließend zum Thema hatten die Vorschulwichtl dann noch die Gelegenheit, ihr Wissen mit interessierten Bewohnern der Station 8/9 & 10/11 des nahegelegenen Pflegeheims Hans-Sieber-Haus Münchenstift zu teilen.

Die Sinne der älteren Mitmenschen sind nicht mehr so gut ausgeprägt wie die von jüngeren Menschen. Viele der Senioren sehen nicht mehr so gut, das Riechen und Hören hat auch stark nachgelassen, aber über den Tastsinn können wir die Senioren sehr gut erreichen. Wie Kinder auch, mögen ältere Menschen gerne Dinge begreifen, denn über die Haut, (unser größtes Sinnesorgan), nehmen wir intensiv wahr.

So durften die Vorschulkinder zur Einstimmung auf unsere Eulenaktion die Senioren mit weichen Eulenfedern über die Hand streicheln. Dies ist gleichzeitig auch eine kleine Kontaktaufnahme vom Kind zum betreuten Bewohner der Station.

 

 Mit Eulenfedern werden die Senioren gestreichelt

 

Anschließend stellten die großen Wichtlkinder je eine Eule der Seniorengruppe vor. Durch stetes spielerisches Wiederholen des Themas, und die Wahrnehmung mit vielen Sinnen, festigt sich das an die Kinder herangebrachte Wissen.

 

 Waldwichtlmädchen präsentiert die Waldohreule den Senioren im Hans-Sieber-Haus Münchenstift

 

Die Vorschulwichtl sowie die älten Menschen des Hans-Sieber-Haus (HSH) folgten sehr aufmerksam und interessiert der gemeinsam durchgeführten Eulen-Aktion. Es ist schön zu sehen, wie unkompliziert die Wichtl durch die regelmäßigen Treffen (ca. alle 2 Monate) in die Zusammenarbeit mit den Senioren reingewachsen sind. Die Wichtl wurden mit begeistertem Applaus von allen Anwesenden verabschiedet.

 Waldohreule wird von einer Seniorin aus dem Hans-Sieber-Haus Münchenstift gestreichelt

 

Für zu Hause bastelte die gesamte Gruppe aus den Blättern eines Tulpenbaums Eulenbilder. Die Eulen wurden durch die Gestaltung des Herbstlaubes mit Wackelaugen und einer halben Pistazienschale zum Leben erweckt. Zum Fliegen benötigte das Nachttier jetzt noch Federflügel. Der kreativen Gestaltung wurden keine Grenzen gesetzt. So konnten alle Kinder eine individuelle Eulenabbildung in Erinnerung an das Thema „Eulen“ mit nach Hause nehmen.

 

 Text und Bilder: Daniela Hoffman

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